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    10 wissenswerte Dinge über Rasayanas

    10 wissenswerte Dinge über Rasayanas

    Gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit sehnen wir uns nach nährenden und kräftigenden Lebensmitteln, die uns dabei unterstützen, körperlich und psychisch vital durch den Winter zu kommen. Jene aufbauenden Mittel werden im Ayurveda Rasayanas genannt. Im folgenden Artikel haben wir zehn wissenswerte Fakten zu Rasayanas zusammengetragen. Soviel schon vorab: Rasayanas kommen natürlich nicht nur im Winter zum Einsatz.

    Das Wichtigste auf einen Blick

    • Rasayanas sind vitalisierende und aufbauende Mischungen, die das Gleichgewicht der Doshas wiederherstellen.
    • Sie wirken auf körperlicher und feinstofflicher Ebene und unterstützen die Bildung von Ojas.
    • Rasayanas können als Pulver, Paste, Pille oder Elixier eingenommen werden.
    • Die bekannteste Rasayana ist Chyawanaprash, bekannt für seine kräftigende Wirkung.
    • Viele Rasayanas sind lange haltbar dank Zutaten wie Honig und Ghee.

    Was heißt Rasayana? Die Charaka-Samhita, rasa und yana

    Insgesamt fällt die Literatur zum Sanskrit-Begriff Rasayana sehr gering aus. Daher wird häufig die klassische Definition aus dem ältesten und bedeutendsten Text des Ayurveda – der Charaka-Samhita – zitiert. Hiernach sind Rasayanas: „Diejenigen Mittel (und Maßnahmen), die zu einem optimalen Zustand vom Nährgewebe Rasa und den anderen Geweben führen“

    Nehmen wir das Wort Rasayana auseinander, fällt es in zwei Glieder: rasa und yana. Die früheste Verwendung des Wortes rasa findet sich in der über tausend Jahre alten Rigveda. Dort bedeutet rasa Wasser, Kuhmilch, Lebenssaft sowie Würze oder Aroma. Später wird die Bedeutung von rasa in der Atharvaveda erweitert und meint nun auch Saft der Pflanze und Geschmack. Erst später in den Upanishaden wird diese konkrete kulinarische Bedeutung des Geschmacks um eine abstrakt ästhetische Ebene erweitert. Sehr verkürzt bedeutet yana so viel wie Vehikel oder Erfahrung.

    Ein Rasa-yana wäre demnach wörtlich übersetzt ein Geschmack, der transportiert wird, bzw. eine Erfahrung, die durch die Einnahme eines wirkmächtigen Mittels gemacht wird.


    Was sind Rasayana Substanzen im Ayurveda?

    Im Regelfall sind die ayurvedischen Rasayanas vitalisierende und aufbauende Kräuter- und Mineralstoffmischungen, die zum Ziel haben, aus dem Gleichgewicht gebrachte Doshas in Balance zu bringen und den Körper zu regenerieren.

    In sämtlichen Rasayanas finden sich Mixturen aus einer Vielzahl stärkender und aufbauender Früchte, Gemüse, Gewürze, Wurzeln, Kräutern, Ghee, Honig und Zucker. Neben einigen anderen Kräutern, werden folgende Pflanzen häufig in Rasayanas verwendet: Amla, Ashwagandha, Brahmi, Guduchi, Shatavari, Shilajit, Tulsi.


    Wie wirken Rasayanas?

    Rasayanas gelten im Ayurveda als sogenannte Verjüngungsmittel. Sie arbeiten auf allen feinstofflichen und stofflichen Ebenen des menschlichen Körpers und stärken laut der Lehre des Ayurveda das Immunsystem und die Körperkraft. Alterungsprozesse und Krankheiten entstehen, so besagt es die ayurvedische Lehre, indem der Körper toxischen Einflüssen ausgesetzt wird. Durch ihre stark antioxidative Wirkung greifen viele Rasayanas in den Prozess der Zellalterung ein. Sie schützen, reinigen und stärken die verschiedenen Gewebe. Das antioxidative Potential von bestimmten Rasayanas wurde in einer medizinischen Studie ayurvedischer Ärzte untersucht. Hierfür testeten sie die sechsmonatige Einnahme der beiden tonisierenden Kräuter Guduchi und Ashwagandha in Pastillenform und kamen zu dem Ergebnis, dass durch die tägliche Einnahme von 2 x 500mg über sechs Monate oxidativer Stress verhindert wurde.


    Wie hängen Rasayanas mit Ojas und Prana zusammen?

    Rasayanas wirken nicht nur positiv und stärkend auf das stoffliche Gewebe, also auf Haut, Haar, Muskeln und Bindegewebe, Knochen und Organe, sondern auch auf feinstofflicher Ebene. Rasayanas unterstützen die Bildung von Ojas. Ojas ist die allerfeinste Körpermaterie, quasi das feinstoffliche Bindeglied, bzw. der Schlüssel zum Bewusstsein. Ojas ist die positive Energie, die subtil unter dem Kapha Dosha liegt und für Stärke und Ausdauer steht. Sie ist funktionell verbunden mit Prana, der Lebenskraft und dem Ursprung unserer sensorischen Wahrnehmung. Stärkt man sein Ojas, werden unter anderem Langlebigkeit, Körperkraft, eine vitale, anziehende Ausstrahlung und ein glückliches Lebensgefühl gesteigert.


    Wie nehme ich ein Rasayana zu mir?

    Avaleha: Rasayanas als Paste

    Ist es sehr pastös, ist es meist ein avaleha, ein Kräuter-Fruchtmus, bzw. Konfekt. Dieses wird morgens in heißer Milch, Tee oder Wasser aufgelöst und getrunken. Im Westen gebräuchlich ist auch die Kräuter-Fruchtmus auf Brot Variante, der sogenannte "Yogische Toast" - statt Marmelade wird einfach Chyawanaprash oder Kusmandaka auf das Frühstücksbrötchen geschmiert. Manch einer verrührt es auch mit seinem Müsli.

    Churna: Rasayanas in Pulverform

    Rasayanas als churna: Kommt das Rasayana als gemahlene Pulvermischung, lässt es sich entweder über das Essen streuen, oder in heißem Wasser, Milch oder Tee auflösen. Hierfür verrührt man klassischerweise 2 TL churna mit 1 TL Honig zu einer Paste und löst diese in heißem Wasser auf, bevor es getrunken wird.

    Rasayanas als Pille

    Manche Rasayanas sind in Dragee- oder Presslingform, die Einnahme ist in diesem Fall selbsterklärend. Mund auf, Pille rein, warmes Wasser, schlucken, fertig.

    Aristham: Rasayanas zum Trinken

    Rasayanas in Elixierform, das Aristham. Hier haben wir es mit ayurvedischem Wein zu tun. Kräutermischungen, die mit Rotwein versetzt sind. Selbstverständlich sollte man diese alkoholischen Auszüge mit der entsprechenden Zurückhaltung genießen.


    Was ist die Rasayana Chikitsa?

    Vasant Lad, einer der führenden Ayurvedamediziner, beschreibt diesen Zweig der Ayurvedamedizin als "Verjüngungstherapie, die Erneuerung, Regeneration und Wiederherstellung aller Körperzellen, Gewebe und Organe herbeiführt; sie steigert die Immunkraft, die Ausdauer sowie die Langlebigkeit."

    Es gibt zwei Arten der Rasayana Chikitsa:

    Grundsätzlich gibt es zwei Arten, wie die Rasayana Chikitsa durchgeführt werden kann. Gemeinsam mit dem Patienten entscheidet der Ayurveda-Therapeut, welche Kur die Richtige ist.

    Die kurze Rasayana-Kur

    Hat der Patient wenig Zeit, Enthusiasmus und Ausdauer, kann er ohne große Einschnitte seinen Alltag weiter fortsetzen. Im Regelfall wird empfohlen, die Ernährung umzustellen. Anhand seines Alters, Geschlechts, Gewohnheiten, Lebensumstände, seiner Konstitution (prakruti) und Krankheitsgeschichte bekommt der Patient zusätzlich einige ausgewählte Rasayanas verschrieben.

    Die ausführliche Rasayana-Kur

    Um nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf mentaler Ebene zu entgiften und zu erneuern, empfiehlt die Ayurvedamedizin eine intensivere Form der Rasayana Chikitsa. Ähnlich wie in einer stationären Kur kann der Patient sich unabhängig von seinem Alltag und Umfeld in einem ayurvedischen Kurzentrum ganz auf die Kur einlassen. Währenddessen steht er unter ständiger Beobachtung eines Ayurvedaspezialisten. Die Rasayana-Therapie ist ein umfassendes Konzept, das je nach Ausgangslage und Therapieziel verschiedene ayurvedische Verfahren miteinander vereint.

    Die Kur verläuft in drei Stufen: Zu aller erst wird die Nährstoffaufnahme gesteigert, indem beispielsweise Satavari, Milch, Ghee usw. verabreicht werden. Dann werden agni (Verdauungsfeuer) steigernde Mittel zugeführt, die die Verdauung, den Metabolismus und die Nährstoffaufnahme verbessern. Schließlich führt die Gabe von Kräutern wie Guggulu und Tulsi dazu, dass die Srotas (Mikrokanäle des Körpers) gereinigt und funktionstüchtig gemacht werden.


    Was ist das bekannteste Rasayana?

    Die Charaka-Samhita berichtet vom Amlamus Chyawanaprash: Das fruchtig würzige Konfekt sei das am besten kräftigende und vitalisierende Rasayana. Es steigert die Immunabwehrkraft, das Verdauungsfeuer agni und die Lebenskraft. Seine Grundlage sind die Amla-Frucht (Emblica officinalis) und Rohrzucker, es enthält aber noch weit über 50 andere Pflanzen, Wurzeln und Kräuter. Empfohlen wird die tägliche Einnahme des Rasayanas, aufgelöst in warmer Milch. So konsumiert soll es die körperliche und geistige Entwicklung fördern.


    Einfache Rasayanas zur Steigerung des Wohlbefindens - Ajasrika Rasayana

    Ganz allgemein sind Ghee, Honig und warme Milch gute Rasayanas, die ohne viel Aufwand als einfache Nahrungsmittel (Ajasrika-Rasayana) eingenommen werden können.


    Warum sind manche Rasayanas so lange haltbar?

    Die meisten Rasayanas werden in Honig, Ghee oder Wein haltbar gemacht. Die Rezepturen der Avalehas (Kräuter-Fruchtmuse) sind aufwendig. Viele Zutaten, meist Früchte, Wurzeln, Gemüse, Gewürze, Kräuter, Ghee und Honig werden in großen, schweren Eisentöpfen gekocht, bis eine zähe Masse ohne Wasseranteil entsteht. Dadurch wird das Rasayana nicht nur intensiver und wirkmächtiger. Durch den Zerfall der einfachen Zucker- und Eiweißketten und die Bildung stabilerer Verbindungen, wird es auch ohne Kühlung lange haltbar gemacht.


    Ein paar Fun Facts über Rasayana zum Schluss

    Insgesamt sollen Rasayanas "ein langes Leben schenken, heilen Krankheiten, stärken das Verdauungsfeuer, fördern Kraft und Aussehen, Stimme und Verstand und sind somit Verjüngungsmittel zur Glättung der Haut, gegen Ergrauen und fördern den Teint."

    Es gibt zig verschiedene Rasayanas, wie Vaca (acorus calamus), das beispielsweise das Sprechvermögen und die Sprachentwicklung fördern soll, oder das Narasimha Rasayana. Um nur einige wenige zu nennen. Ganz auf die Steigerung der Manneskraft ausgelegt, erfährt man in der Charaka-Samhita was passiert, wenn Mann einen Monat lang das Löwenmann-Rasayana "Narasimha Rasayana" einnimmt. Dann „wird er reich, stark wie ein wilder Büffel, schnell wie ein Pferd, frei von Leiden, das Haar glänzt wie der Leib von Bienen, sein Mund duftend wie Honig, begehrt von Frauen, reich an Worten, Verstand und Klugheit. Die Verdauung ist gut, der Körper stark wie der des Mannlöwen, strahlend wie geschmolzenes Gold“.


    Fazit

    Rasayanas sind ein wesentlicher Bestandteil des Ayurveda, um Körper und Geist zu stärken und zu regenerieren. Sie wirken auf verschiedenen Ebenen, indem sie das Immunsystem unterstützen und das Gleichgewicht der Doshas fördern. Ob als Paste, Pulver, Pille oder Elixier – Rasayanas bieten vielfältige Möglichkeiten, um das Wohlbefinden zu steigern und die Lebensqualität zu verbessern.

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