Unzählige Attribute werden der sagenhaften Goldenen Milch und ihrer Heilwirkung zugeschrieben. Vom Wundermittel, dem ayurvedischen Zaubertrank ist die Rede, vom Erfolg bei Entzündungen, Immunschwäche, Leberleiden, sie soll beim Abnehmen helfen und die Stimmung aufhellen. Als Ayurveda-Medizinerin habe ich die Inhaltsstoffe einmal genauer betrachtet und herausgefunden, es ist was dran an der Wirkung der Goldenen Milch.
Das Wichtigste auf einen Blick
Zubereitung der Goldenen Milch
Das brauchst du
- 1 EL Curcuma (gerne auch frisch!)
- ½ TL gemahlenen Ingwer oder 2 cm frisch geriebenen Ingwer
- 2 Msp. frisch geriebene Muskatnuss
- ½ TL gemahlener oder frisch gemörserter Cardamom
- ½ TL gemahlener schwarzer Pfeffer
- ½ TL gemahlener Ceylon Zimt
- 3 Fäden Safran
- 1 TL Kokosöl
- 120 ml stilles Wasser
Schritt für Schritt
- Mit einem Schneebesen alle Zutaten im Wasser verrühren.
- Langsam köcheln lassen, bis eine glatte Paste entsteht.
- Die Paste kann in ein Glas gefüllt und im Kühlschrank ca. 7 Tage gelagert werden.
Rezept für ein Glas Goldene Milch
1 gehäuften TL der fertigen Paste in 2 EL warmem Wasser auflösen. 200 ml Milch oder ein Milchersatzgetränk dazu geben, mit dem Schneebesen verrühren und alles zusammen ca. 5 min köcheln. Nach Bedarf und Geschmack mit etwas Kokosblütenzucker süßen.
Die Inhaltsstoffe der Goldenen Milch
Im Einzelnen betrachtet bietet jede Zutat eine Vielzahl an Eigenschaften und Heilwirkungen, die in der Ayurveda-Medizin seit langem bekannt sind und in vielen Rezepturen eingesetzt werden.
Curcuma
- Curcuma, die Gelbwurzel, ist der wichtigste Bestandteil und für die goldene Farbe des Getränkes verantwortlich. Diese mit dem Ingwer verwandte Wurzel enthält das wirkungsvolle Curcumin, welches als entzündungshemmender Wirkstoff bei vielen Erkrankungen eingesetzt wird.
- Curcuma regt Lebertätigkeit und Gallenfluss an und sorgt somit für ein „gutes Bauchgefühl“.
- Die immunmodulierenden Eigenschaften der gelben Wurzel sind vor allem im Winter von Vorteil um Erkältung, Husten und Heiserkeit in Schach zu halten.
Schwarzer Pfeffer
- Sein Inhaltsstoff Piperin macht ihn zu einem wahren Kraftpaket. Das Piperin unterstützt die Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe des Curcumas, dadurch wird die Aufnahme im Organismus verbessert.
- Pfeffer regt agni, das Verdauungsfeuer an, reinigt die srotas, die Transportkanäle des Körpers und wirkt fettreduzierend.
- Bei Erkältungskrankheiten, Husten und Stimmverlust wirkt er wohltuend und schleimlösend.
Ingwer
- Wie Curcuma ist der Ingwer eine Knolle, die es in sich hat. Vor allem seine antibakterielle, antivirale, entzündungshemmende und blutreinigende Wirkung macht ihn zu einem beliebten Mittel bei allen Erkältungserkrankungen.
- Im Verdauungstrakt wirkt er agni anregend und karminativ, also blähungswidrig.
- Auf Reisen, vor allem auf hoher See, schätzt man ihn bei Übelkeit und Reisekrankheit.
Cardamom
- Neben dem feinen, aromatischen Geschmack gleicht der Cardamom mit seiner kühlenden Wirkung die Hitze der anderen Gewürze aus und rundet somit das Rezept harmonisch ab.
- Cardamom ist ein feines Gewürz, das die Verdauungsenzyme anregt.
Zimt
- Ähnlich wie die vorab beschriebenen Gewürze glänzt der Zimt mit Geschmack und Wirkung.
- Neben der Anregung von agni und der damit verbundenen blähungswidrigen Wirkung wird er in vielen ayurvedischen Rezepturen gegen Grippe und Verschleimung eingesetzt.
- Die durchblutungsfördernden, erwärmenden Eigenschaften lindern Herzschwäche und Durchblutungsstörungen bis hin zur Impotenz.
Muskat
- Die frisch geriebene Muskatnuss wird in geringer Menge verwendet, da sie überdosiert, ähnlich wie der Safran, narkotisierend wirkt.
- In niedriger Dosis ist sie ein wunderbares Mittel gegen Übelkeit, Durchfälle und Verdauungsstörungen.
- Seine beruhigende Eigenschaft macht die Goldene Milch auch zu einer feinen Schlafmilch.
Safran
- Ein wahrhaft königliches Gewürz, denn aufgrund des hohen Preises war es lange Zeit nur den Herrschern dieser Welt vorbehalten.
- Er gilt im Ayurveda als ein sukra-rasayana, ein Aphrodisiakum.
- In der Stärkung von Körper und Geist liegt der Nutzen des Safrans.
Kokosöl
- Im Gegensatz zu vielen anderen Ölen ist die thermische Wirkung des Kokosöls kühlend. Damit wirkt es ausgleichend auf die erwärmende Kuhmilch.
- Ebenso ausgleichend wirkt sie bei allen brennenden Symptomen des Körpers, wie Hitzewallungen, Magenbrennen, Entzündungen des Harntraktes.
Kuhmilch
- Im Ayurveda gilt die Milch als ein Rasayana, sie ist nährend und aufbauend und reich an den Vitaminen A, B2 und B12.
- Wichtig ist die Qualität der verwendeten Milch. Vorzugsmilch ist die beste käufliche Milch, nachdem die frisch gemolkene, kuhwarme Milch nicht mehr erhältlich ist. Sie ist weder homogenisiert, noch pasteurisiert.
- Milch sollte niemals kalt aus dem Kühlschrank getrunken werden, sondern immer leicht erwärmt werden.
- Die meisten Beschwerden haben ihren Ursprung in einer unausgewogenen Ernährung und Lebensweise und nicht in der Milch.
Milchersatzgetränke
- Wer keine tierische Milch trinken möchte, kann eine gute Getreide- oder Nussmilch verwenden. Sehr fein schmeckt die Gewürzmischung mit Reis-Kokos-Mandel Milch oder der reinen Cashew- bzw. Macadamiamilch.
Fazit
Es stimmt, sie ist ein kleines Wundergetränk diese Goldene Milch, zudem schmeckt sie außerordentlich lecker. Was will man mehr?




