Ghee – Das Gold des Ayurveda – mit Rezept

Ghee – Das Gold des Ayurveda – mit Rezept

Bereits die klare goldene Farbe des reinen Butterfetts deutet darauf hin, dass Ghee etwas ganz Besonderes ist. Ghee ist auch bekannt als geklärte Butter oder Butterschmalz. Im Vergleich zur Butter ist es laktosefrei, hitzebeständiger, länger haltbar und einfacher zu lagern. Das macht Ghee nicht nur in Asien, sondern auch in der europäischen Küche als vielseitiges Küchenfett beliebt.

Was Wenige wissen: Gerade in der Ayurvedamedizin findet Ghee als hochqualitatives und probates Heilmittel diverse Verwendung. Ghee ist leicht verdaulich, wirkt entzündungshemmend, fördert die Wundheilung und gilt als stärkendes, reinigendes und harmonisierendes Allheilmittel.

Wo und wie Ghee Butter zum Einsatz kommt, wie Sie ganz einfach selbst Ghee herstellen können und was geklärtes Butterreinfett eigentlich ist, erklären wir Ihnen im folgenden Artikel.

 

Was ist Ghee?

Ghee ist Butter, der durch einen langsamen Kochprozess und Klärung Eiweiß und Wasser entzogen wurden. Das macht Ghee laktosefrei und auch ohne Kühlung sehr lange haltbar. So wird beispielsweise dem 100-jährigen Ghee in der Ayurvedamedizin eine besondere Heilwirksamkeit zugesprochen.

 

So viele Sorten Ghee!

Bio Ghee von Cosmoveda

Ghee wird mittlerweile von vielen Herstellern angeboten. Hier entscheidet ein gutes Herstellungsverfahren und die Qualität der Butter über den Geschmack und die Haltbarkeit des Produktes. Bei Miraherba bieten wir das Bio Ghee von Cosmoveda an, das von sehr hoher Qualität ist.

Cosmoveda Bio Kokos Ghee.Zwar gibt es in Indien auch Ghee aus Büffel-, Kamel-, Schaf-, Stuten- und Ziegenmilch, diese finden bei uns aber keinerlei Verwendung. 

Eine der Varianten von Ghee ist Kokosghee. Es besteht zur Hälfte aus dem Ghee der Butter und zur Hälfte aus Kokosfett. Das schmeckt nicht nur lecker, sondern kann auch noch höher erhitzt werden. Selbstverständlich bekommen Sie es bei Miraherba. Zum Kokos-Ghee von Cosmoveda.

Eine Anleitung zur eigenen Herstellung von Ghee finden Sie am Ende des Artikels. Starten wir zuerst einmal mit der Butter selbst:

 

Butter - die Basis von Ghee

In unseren Breitengraden ist die Ausgangsbasis für das geklärte Butterreinfett Kuhmilch und die daraus gewonnene Butter. Für ei Kilogramm Butter werden ca. 25-30 Liter Vollmilch benötigt.

 

Tabelle: Die durchschnittliche Zusammensetzung von Butter

Fett und Lezithin

ca. 82%

Wasser

ca. 16%

Eiweiß

ca. 1%

Milchzucker

ca. 0,5%

Mineralsalze

ca. 0,5%

Vitamine

A und D

 

Buttermilch

Als Abfallprodukt der Süßrahmbutterherstellung entsteht Buttermilch, das vom Rahm getrennte Milchwasser. Dies geschieht durch die Zugabe von Milchsäurebakterien.

Im Indischen ist das Milchwasser, das sich vom Rahm abtrennt, auch als Takra bekannt und wird entweder als pittareduzierender Stirnguss eingesetzt oder, wenn man es etwas länger stehen und eindicken lässt, wie Joghurt gelöffelt.

 

Welche Butter verwendet man für Ghee?

Je nach geschmacklicher Präferenz können für das selbst hergestellte Butterschmalz Sauerrahmbutter, Süßrahmbutter oder mildgesäuerte Butter verwendet werden. Klassischerweise wird aufgrund ihrer cremigen Süße für die Ghee-Herstellung Süßrahmbutter verwendet. Die Erfahrung zeigt außerdem, dass sie während des Herstellungsprozesses weniger ausflockt als Sauerrahmbutter.

 

Ghee in der Ayurvedamedizin

 Ghee gilt im Ayurveda als die Beste aller fettiger Substanzen, sie soll das Erinnerungsvermögen, den Intellekt und die Verdauung stärken. Seine Eigenschaften sind vor allem kühlend, stoffwechselanregend und stärkend. Zudem spricht der Ayurveda dem geklärten Butterreinfett eine entgiftende und reinigende Wirkung zu. In der Sushruta Samhita, einer der alten vedischen Schriften, wird Ghee als ultimatives anti-entzündlich wirkendes Lebensmittel beschrieben. Im Folgenden ein paar Anwendungsbeispiele für Ghee im Ayurveda

 Ghee reinigt die „srotas“, die Transportkanäle des Körpers und reduziert dadurch „ama“, die Stoffwechselschlacken.

 

Ghee: Entgiftung in der Pancha-Karma Kur

Beispielsweise wird in der intensiven Pancha-Karma Reinigungskur in großen Mengen flüssiges Ghee zur Vorbereitung des Ausleitungsverfahrens getrunken. Dem Patienten wird hierbei meist etwas übel, weswegen ihm unter anderem untersagt wird, sich hinzulegen. Die große Menge Ghee, die über Tage hinweg getrunken wird, soll das erhöhte Dosha aus den Zellen schwemmen. Sämtliche fettlösliche Stoffwechselschlacken und Gifte können schließlich über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden werden.

 

Ghee in der ayurvedischen Hausapotheke

Die reinigende und kühlende Wirkung von Ghee wirkt äußerlich aufgetragen Wunder bei Sonnenbrand, Brandwunden und geschlossenen Entzündungen der Haut.

 

Ghee in der ayurvedischen Augenbehandlung

Bei der Behandlung der Augen, dem Aksi Tarpana, wird das Auge mit flüssigem, handwarmem Ghee gespült. Typischerweise wird dazu ein Ring aus Kichererbsenmehl um das Auge gelegt, um ein Auslaufen des Ghee-Sees zu verhindern; denselben Zweck erfüllt eine Augenbadewanne. Gerade bei entzündeten Augen, nach langer Arbeit am Computer, bei Heuschnupfen oder sehr trockenen Augen ist eine regelmäßige Anwendung mit Ghee eine Wohltat und führt rasch zur einer Entlastung.

 

Ein hübscher Nebeneffekt der Augenbehandlung mit Ghee ist die Glättung der feinen, empfindlichen Haut rund um die Augen.

 

Ghee als medizinische Kosmetik

Versuchen Sie es selbst: Ghee kann für äußere medizinische und kosmetische Zwecke eingesetzt werden und unterstützt die Wundheilung. Neigen Sie zu gereizter oder geröteter Haut, nehmen Sie zum Abschminken ein Wattepad mit etwas Ghee darauf oder tragen Sie etwas Ghee auf gerötete Hautpartien auf.

Gheesana hat eine kleine Hautpflegereihe mit Kosmetik auf Ghee-Basis entwickelt. Hier erfahren Sie mehr darüber.

 

Mediziniertes Ghee – das ayurvedische Gritham

Um eine besonders intensive und nachhaltige Entgiftung von Körper und Gehirn zu erzielen, verwendet die Ayurvedamedizin sogenanntes mediziniertes Ghee, das in einem aufwändigen Prozess hergestellt wird. Hierzu wird das Ghee mit diversen Heilkräutern vermengt und bis zu 100 Stunden geköchelt. Diese Vorgehensweise – so heisst es – intensiviere die Wirkung der Heilkräuter und die reinigende Wirkung des Ghees auf den Körper.

Mit entsprechenden ayurvedischen Heilkräutern zubereitet, entstehen die sogenannten Gritham, die Sie bei uns in der Rubrik Kräuteröle finden. Die Bekanntesten sind das Triphala Gritham, Panchatikta Gritham, Brahmi oder Ashvagandha Gritham.
Je nach Verordnung durch einen Ayurvedamediziner werden diese innerlich oder äußerlich angewendet.

 

Ghee selber machen: So einfach können Sie Ghee zubereiten

 

Sie benötigen für die Ghee-Herstellung:

Bio-Butter von Freiland- oder Weidekühen (die Menge variiert abhängig davon, wieviel Ghee Sie haben wollen) - 500g Butter ergeben ca. 360-380g Ghee

1 großen Edelstahltopf mit einem dicken Boden

1 Rührlöffel

1 feinen Schaumlöffel

1 großes feinmaschiges Sieb

1 feinporiges dünnes Baumwolltuch / eine viereckige Stoffwindel ist ideal

1 großes Glas mit Schraubverschluss

Dauer: Ca. 1 Stunde

 ghee selber machen

Schmelzen Sie die Butter auf kleiner Stufe langsam im Topf. Rühren Sie dabei gleichmäßig. Während dem nun stattfindenden Teilungsprozess setzt sich an der Oberfläche weißer Schaum ab. Das ist das sich absondernde Eiweiß. Schöpfen Sie es permanent mit einem Schaumlöffel ab. Dieser Prozess kann, je nach Menge der Butter, bis zu 1 Stunde dauern, denn alles Wasser sollte entweichen, um das Ghee gut haltbar zu machen.

Gießen Sie die klare Flüssigkeit durch das feinmaschige Sieb, welches zuvor mit dem Baumwolltuch ausgelegt wurde, um die letzten Eiweißreste aufzufangen.

Füllen Sie das geklärte Butterreinfett in ein Glas, verschließen es und stellen es auf den Kopf. So vakuumisiert es und ist länger haltbar. Auch angebrochen muss gut gekochtes Ghee nicht gekühlt werden.

 

Schließlich: Freuen Sie sich und genießen Sie Ihr selbstgekochtes Ghee in Ihrer Küche und der Hausapotheke.

 

Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Ihnen Ihr Team Miraherba.

 

Autorin: Sabine Deutscher ist studierte Ayurvedamedizinerin, Heilpraktikerin und Naturkostladenbesitzerin der beinahe ersten Stunde (seit 1981). Sie ist nicht nur erfahrene Medizinerin und Geschäftsführerin, sondern auch begeisterte Yogini, Motorradfahrerin, Kräuterweiblein und politische Aktivistin.

Info: Auf unserer Suche nach dem Ursprung des Ghees wurden wir unterstützt durch die Biomolkereien Berchtesgadener Land, Schwarzwald Milch, Söbbecke, Andechser und Herr Molkereimeister Paul Lerchenmüller, denen wir für ihre freundliche Hilfe hiermit danken möchten.

 
Creative Commons Lizenzvertrag Ghee – Das Gold des Ayurveda – mit Rezept von Miraherba ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz. Bilder: flickr, wikipedia.

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