Diabetes mellitus in der Ayurveda-Medizin: 7 Tipps für einen niedrigen Blutzuckerspiegel

Diabetes mellitus in der Ayurveda-Medizin: 7 Tipps für einen niedrigen Blutzuckerspiegel

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine krankhafte Störung des Zuckerstoffwechsels, die sich in den letzten Jahrzehnten rasant ausgebreitet hat. Längst gilt Diabetes als Volkskrankheit: Schätzungen zufolge leiden in Deutschland ca. sieben Millionen Menschen an Diabetes mellitus, Tendenz steigend. Es gibt über zwanzig verschiedene Formen von Diabetes; in diesem Blogartikel widmen wir uns hauptsächlich der prominentesten Form des Diabetes mellitus: dem Diabetes Typ 2. Aus ayurvedischer Perspektive beleuchten wir mögliche Auslöser und Therapieformen für die Zuckerkrankheit. Wir stellen ayurvedische Kräuter vor und geben sieben einfache Tipps zur Senkung des Blutzuckerspiegels.

Soviel vorab: eine präventive und bei Diagnose rasch folgende Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten trägt oft zur Besserung der Erkrankung bei.

Inhaltsverzeichnis:

Diabetes mellitus – Harnruhr und Diagnostik

Hauptformen des Diabetes

Diabetes mellitus Typ 2 in der Ayurveda-Medizin

Prameha: Diabetes-Diagnose im Ayurveda

Ayurveda-Texte: Diabetes als Folge einer Kapha-Störung?

Ursachen für Diabetes: Ungute Lebensweise und Essgewohnheiten

Kriyakala – Phasen der Diabetes-Erkrankung im Ayurveda

Das empfiehlt der Ayurveda zur Diabetes-Vorbeugung

Ayurvedische Kräuter zur Reduktion erhöhter Blutzuckerwerte

Was muss ich mir merken?

[Soforthilfe] 7 Tipps bei Diabetes: Was kann ich direkt tun?

Aus eigener Erfahrung als Ayurvedamedizinerin

 

Diabetes mellitus – Harnruhr und Diagnostik

Der Patient hat großen Durst, heiße Füße und einen starken Harndrang, er wundert sich und konsultiert einen Arzt. Nicht selten heißt die Diagnose nach einem Urintest: Diabetes. Bei Diabetes kann nicht genug Zucker aus dem Blut ins Gewebe gelangen, wodurch die Zuckerkonzentration im Blut ansteigt. Der Begriff Diabetes mellitus stammt aus dem Griechischen. Übersetzt bedeutet er so viel wie „honigsüßes Durchfließen“. Dies bezieht sich auf den Urin, der bei Menschen mit Diabetes mellitus im Übermaß gebildet wird. Der an Diabetes erkrankte Mensch verspürt vor allem bei Nacht einen starken Harndrang, weswegen Diabetes auch lange Zeit Harnruhr genannt wurde. Außerdem hat der Urin aufgrund des in ihm enthaltenen Zuckers einen etwas süßlichen „Geschmack“.

Warum ist Diabetes gefährlich?
Vor allem die organischen Folgeschäden eines unbehandelten oder sehr langen bestehenden schweren Diabetes sind nach wie vor lebensbedrohlich. Auf Dauer werden sämtliche Dhatus (Körpergewebe) geschädigt. Dies führt zu weiteren körperlichen Symptomen und oftmals unschönen Folgeerkrankungen. Hier zeigt sich die Notwendigkeit einer frühen und ganzheitlichen Behandlung und vor allem die Vermeidung der Ursachen.

 

Fußnote – lieber zum Arzt gehen, als Symptome googeln!

Das heißt nun nicht, dass man sofort bei übermäßiger Harnfunktion oder Durst gleich Diabetes hat. Häufig sind andere Störungen, wie chronische Angespanntheit, Nierenleiden, oder Stress verantwortlich. Ziehen Sie bei Unsicherheit eine ayurvedische Konsultation in Betracht. Die ayurvedische Differentialdiagnose klärt, ob und falls ja, welcher Typ Diabetes vorliegt. Sie bedient sich, neben dem klassischen Diabetestest, bei dem eine Urinprobe mit einem Stick untersucht wird, unter anderem der Harnschau: Farbe, Trübung, Geruch und Geschmack geben Auskunft über das aggravierte Dosha und zeigen damit auch die Richtung der Behandlung an.

 

Hauptformen des Diabetes

Mit steigender medizinischer Forschungsarbeit wurde in den letzten Jahrzehnten auch die Klassifikation des Diabetes mellitus immer detailreicher. Kannte man früher die Unterscheidung in die beiden Hauptformen Diabetes Typ 1 und 2, wurden inzwischen der Diabetes Typ 3 und die Unterkategorien 1a/1b sowie 2a und 2b definiert. Daneben gibt es den Schwangerschaftsdiabetes und den kindlichen Diabetes und allerlei andere A, B, C-Typen. Alle diese Diabetesformen haben gemeinsam, dass bei ihnen der Blutzuckerspiegel krankhaft erhöht ist. Die Ursachen sind jedoch unterschiedlich. Schauen wir uns den Diabetes Typ 2 etwas genauer an.

Altersdiabetes?
Früher wurde der Diabetes Typ 2 noch etwas verharmlosend „Altersdiabetes“ genannt. Da die Grundursachen für Diabetes-2, wie Übergewicht, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel mittlerweile auch vermehrt bei jüngeren Patienten zu dieser Form des Diabetes führt, und die Gefahr massiver Folgeschäden besteht, ist der Begriff „Altersdiabetes“ kaum mehr angebracht.

 Altersdiabetes kriegen nicht nur alte Menschen

 

Diabetes mellitus Typ 2 in der Ayurveda-Medizin

Die Ayurveda-Medizin nennt den Diabetes Typ 2 „madhumeha“ (honigsüße Krankheit, bzw. Zuckerkrankheit) oder „prameha“ (übermäßige Harnfunktion).

Die Beschreibung des Diabetes mellitus ist in den ayurvedischen Lehrbüchern und in der internistischen Medizin nahezu identisch:

Die Ursache von Prameha ist meist eine Hyperglykämie (Überzucker), der eine verminderte Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse zu Grunde liegt. Es handelt sich um eine chronische endokrine Erkrankung, die nicht nur die Bauchspeicheldrüse selbst, sondern auch die unterschiedlichsten Stoffwechselfunktionen beeinträchtigt: den Kohlehydrat-, den Eiweiß-, den Fettstoffwechsel und den Wasser-Elektrolyt-Haushalt. Dies zieht funktionelle und strukturelle Änderungen der Zellen nach sich; Folgekomplikationen an Augen, Nieren, am Nervensystem und anderen Organen treten auf.

 

Prameha: Diabetes-Diagnose im Ayurveda

Der Ayurveda unterscheidet 20 Formen von Prameha, die mit den verschiedenen Diabetes-Anzeichen und -Symptomen korrespondieren. Diabetes ist eine Form von Prameha, während Prameha mehr als Diabetes umfasst. Prameha ist eine Stoffwechselstörung von Agni (Verdauungsfeuer). Agni sitzt aber nicht nur im Magen (unser zentrales körperliches Feuer: Jathara Agni), sondern auch in der Leber (Bhuta Agni), in der Pankreas (Kloma Agni) und in jedem Gewebe (Dhatu). Kommt es bei diesen Agnis zu einer Dysfunktion, wird der Kohlehydratstoffwechsel gestört. Krankheit manifestiert sich.

 

Für die Ayurveda-Kenner
Die Charaka Samhita kategorisiert die verschiedenen Diabetes-Typen nach ihren Ursachen: Das sogenannte Apathyanimittaja Prameha, eine Folge schlechter Ess- und Lebensgewohnheiten, korreliert mit dem Typ-2-Diabetes.

 

Ayurveda-Texte: Diabetes als Folge einer Kapha-Störung?

Der Diabetes gehört zu den am besten und längsten dokumentierten Erkrankungen in der westlichen und der fernöstlichen Medizin. Bereits 1500 v. Chr. findet der Diabetes Erwähnung in den frühen Texten der Veden. Die Asthanga Hrdayam, die Vagbhata Samhita und die Charaka Samhitabeschreiben den Auslöser von Prameha wie folgt:

„[…] von den zwanzig Arten der Harnruhr entstehen zehn aus Schleim (einer Erhöhung des Kapha), sechs aus Galle (Pitta) und vier aus Wind (Vata). Die Speisen, Getränke und Handlungen, die den Schleim, das Fett und den Urin vermehren sind: Süße, saure, salzige, fettige, schwer verdauliche, schleimige und kalte Speisen, Alkohol, Zucker, Milch, zu langes Herumsitzen und unregelmäßiges Schlafen.“

(Vgl. Wiethase, Hendrik: Nidana Sthana, S. 72.)

Zu lange Nickerchen am Tag sind ungesund

 

Nicht ohne Grund tritt der Diabetes gehäuft in Industrieländern und in Dienstleistungsgesellschaften auf.

Die allgemeine Entstehung von Prameha beginnt fast immer mit vermehrtem Kapha. Später können Vata und Pitta zum Bild dazukommen, denn Prameha ist ein komplexes Syndrom, das alle drei Doshas betreffen kann. Wird die Behandlung vernachlässigt und an der Ursache nichts verändert, treten über kurz oder lang weitere Symptome auf, die in der Vagbhata Samhita als die zehn Arten von Verdickungen an Gelenken und lebenswichtigen Körperstellen erklärt werden.

 

Ursachen für Diabetes: Ungute Lebensweise und Essgewohnheiten

Viele der Zeichen und Symptome des Typ-2-Diabetes korrelieren eng mit den Symptomen für die verschiedenen Kapha-Ausprägungen des Prameha. Etwa 80 Prozent der Diabetiker (Typ 2) sind übergewichtig. Zwar ist das Übergewicht nicht die alleinige Ursache der Erkrankung, jedoch möglichweise ein entscheidender Auslöser:

Fettzellen (Adipozyten) geben unterschiedliche Botenstoffe (Hormone, Entzündungsstoffe) an das Blut ab. Mit der Zeit wird dadurch die Insulinempfindlichkeit der Zellen herabgesetzt. Gerade die Fettzellen des Bauchfetts stehen im Verdacht, viele solcher Botenstoffe zu produzieren. Nach neuesten Erkenntnissen gilt ein großer Bauchumfang als besonders schädlich für den Zuckerstoffwechsel.

Was macht das mit der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)?
Die Verfettung der Zellmembranen beeinträchtigt die Funktionen der Pankreas. Die Zellen werden Insulin gegenüber resistent - das führt im Körper dazu, dass Zucker nicht verarbeitet werden kann.

Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes benötigt der Typ-2 keine Insulin-Injektionen. Er kann so behandelt werden, dass die Pankreasfunktion und die Kontrolle des Blutzuckers gestärkt werden. Dies geschieht in erster Linie über die Lebensweise und die Ernährung.

 

Kriyakala – Phasen der Diabetes-Erkrankung im Ayurveda

Die ersten drei Phasen jeder Krankheit heißen Sanchaya (Akkumulierung), Prakopa (Provokation) und Prasara (Ausbreitung). Hoher Blutzucker wird im Ayurveda als vermehrtes Kapha in der Ausbreitungsphase der Erkrankung beschrieben. Das Blut- und Lymphsystem wird beeinträchtigt. Meist beginnt es im Verdauungstrakt, von dort gelangt es über die Niere in die Harnblase und die ersten Symptome für Diabetes werden ausgelöst.

Betrachten wir alle sechs ayurvedischen Kriyakalas, sollte eine Behandlung möglichst im Stadium der Provokation erfolgen, also bevor es zur Erhöhung des Doshas und damit verbunden zur Manifestation und Schädigung von Organen kommt. Folgende Tabelle verdeutlicht dies:

 

[Infografik] Die Kriyakalas im Ayurveda

 

Kriyakala

Stadium

Beschreibung

Sanchaya

Akkumulation

Dosha erhöhende Ursache >> Doshazunahme, noch begrenzt auf den Doshasitz

Prakopa

Provokation

Dosha-aggravation greift auf die nähere Umgebung des Sitzes über

Prasara

Ausbreitung / Migration

Aggraviertes Dosha verlässt seinen Sitz, zirkuliert im Körper, in den srotas (Körperkanälen)

Sthana-Samsraya

Lokalisation

Dosha staut sich an vorgeschädigten Stellen, an denen die srotas Dysfunktionen aufweisen

Vyakti

Manifestation

Gestautes Dosha greift auf angrenzendes Gewebe (dusya) über, Symptomatik manifestiert sich

Bheda

Komplikation, Chronizität

Anhaltender Krankheitsprozess führt zu Komplikationen oder irreversiblen Schäden der Gewebe

 

Das empfiehlt der Ayurveda zur Diabetes-Vorbeugung

Lebensweise (vihara): Im Ayurveda heißt es, dass Tagesschlaf, der länger als 30 Minuten geht und ein bewegungsarmes Leben ohne ein gutes Maß an körperlicher Betätigung und Sport, die Entstehung des Diabetes befördern.

Ernährung (ahara): Der Ayurveda empfiehlt nur dann zu essen, wenn man hungrig ist. Die Speisen sollten alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten: süß (madhura), sauer (amla), salzig (lavana), bitter (tikta), scharf (katu) und zusammenziehend (kashaya). Ist nur der süße Geschmack vorherrschend, wird Kapha und damit medas (Fett) erhöht. Die Folge: Prameha entsteht.

 

In den klassischen Ayurveda-Texten fanden wir folgende Empfehlung zur Therapie von Diabetes:

In der Sushruta Samhita steht geschrieben, dass ein Typ-2-Diabetes mellitus Patient 800 Meilen in einem Jahr (das entspricht durchschnittlich 3,5 km am Tag) barfuß gehen oder körperliche Arbeit verrichten sollte, wie das Graben eines Brunnens. Wir graben nun in der Stadt nicht täglich einen Brunnen. Die Idee dahinter ist aber, dass körperliche Anstrengung Leichtigkeit in den Körper bringt. Sie fördert eine Stabilität der Organe und die Ausdauer und schafft durch die Normalisierung des Stoffwechsels ein Gleichgewicht der Doshas. Statt einen Brunnen zu graben, können Sie also auch einfach Sport machen oder im Garten arbeiten. Asanas (Yogische Körperhaltungen) und Pranayama (Atemübungen) sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Empfohlen werden Speisen, Kräuter und Gewürze mit scharfem (katu), bitterem (tikta) und zusammenziehendem (kashaya) Geschmack.

 Körperliche Arbeit tut gut bei Diabetes

Ayurvedische Kräuter zur Reduktion erhöhter Blutzuckerwerte

Als blutzuckersenkende Kräuter nennt der Ayurveda:

  • Amla: Phyllanthus emblica / Amalaki
  • Triphala: Die Früchte des Haritaki, vibhitaki, amalaki
  • Guduchi: Tinospora cardifolia
  • Arjuna: Terminalia Arjuna
  • Methika: Trigonaella foenugraecum / Bockshornklee
  • Haridra: Curcuma Longa / Curcuma
  • Musta: Cyperus rotendus
  • Aristaka: Azadirachta indica / Neem
  • Gokshura: Tribulus terrestris / Erdstachelnuss
  • Karela: Momardica charantia / Bittergurke
  • Bhunimba: Andrographis paniculata / Kalmegh
  • Meshashrungi: Gymnema sylvestrae / Gurmar
  • Jambu: Syzygum cumini / Jambulbaum
  • Daruharidra: Berberis aristata / Berberitze
  • Shatavari: Spargel racemosus / ind. Spargelwurzel
  • Tvak: Cinnamum / Zimt
  • Shilajit / Mumijo
  • Guggul / Myrrheharz

Die meisten dieser Kräuter und Gewrze bekommen Sie in Ihrer Apotheke, im Bioladen oder dem Miraherba-Shop. Zu einigen davon finden Sie Blogartikel, die Ihnen mehr Informationen geben. Beispielsweise über Amla und Guggul.

Was muss ich mir merken?

Wir haben nun viel über Diabetes Typ 2 gelesen, über Kaphastörungen und mögliche Folgeerscheinungen der Krankheit. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist, in welchem Stadium der Erkrankung die Behandlung einsetzt und damit auch ein Veränderungsprozess hinsichtlich der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten begonnen werden kann. Jeder Patient sollte individuell behandelt werden, doch gelten übergreifend folgende Leitsätze:

  • Vermeide die Ursachen.
  • Überprüfe deine Ernährung (ahara) und deine Lebensweise (vihara) – verändere, wenn nötig, bewege, wenn möglich.
  • Führe Fastenkuren (shodana) und Reinigungskuren (pancha karma) durch, um deinen Stoffwechsel zu entlasten, Giftstoffe auszuleiten, dein Gewebe zu stärken und die Selbstheilung deines Körpers anzuregen.
  • Unterstütze die Therapie mit Kräutern, Ölen und Tees.

Viele Gewürze helfen bei Diabetes

 

[Soforthilfe] 7 Tipps bei Diabetes: Was kann ich direkt tun?

Eine Kapha-reduzierende Ernährung ist unumgänglich, ebenso die Veränderung der Lebensgewohnheiten. Wie Sie dies beginnen können, erklären wir Ihnen nun:

  1. Trinken Sie warmes Wasser, am besten mit Ingwer.
    Trinken Sie morgens als erstes nach dem Aufstehen 2-3 Gläser warmes Wasser und den ganzen Tag über heißen Ingwertee (6 Scheiben frische geschälte Ingwerknolle und eine Prise Pfeffer in einem Liter Wasser 10-20 min. köcheln). Ansonsten sollten Sie hauptsächlich aufgekochtes Wasser und stille salzarme Wässer (z.B. Lauretana oder St. Leonhards Quelle) trinken.
    Auch Honigwasser (ein Glas heißes Wasser bis auf Trinktemperatur abkühlen lassen und 1 Teelöffel hochwertigen Waldhonig einrühren) unterstützt den Ausleitungsprozess, da Honig auskratzend, reinigend wirkt.

  2. Nehmen Sie Curcuma zu sich.
    Am besten 2-3x täglich, vor dem Essen. Entweder Sie trinken ½ - 1 Teelöffel Curcumapulver + warmes Wasser. Alternativ verzehren Sie die frische Wurzel. Schälen Sie dazu 2 cm der frischen Wurzel. Schneiden Sie diese klein, verrühren sie mit 1 Teelöffel Waldhonig und 1 Teelöffel Trikatu.

  3. Essen Sie möglichst regelmäßig und größtenteils warm.
    Besonders gut für Sie sind Mung-Bohnen / Mung-Dhal, Kitchari sowie gedünstete Gemüse und Gemüsesuppen (z. B. auch mit Hülsenfrüchten, Reis und zuweilen Vollkornnudeln). Meiden Sie kalte, saure, fettige und frittierte Nahrung sowie Wurst, Fleisch und Eier, besonders abends. Das für Sie beste Fleisch ist Huhn. Als Fleischersatz wären Hülsenfrüchte (Bohnen und Linsen, Jackfrucht, sowie Tofu und Soja-Produkte zu empfehlen). Essen Sie wenig Käse – wenn, dann mittags (Ziegenfrischkäse wäre am ehesten zu empfehlen).
    Sie sollten Ihr Brot toasten, so ist es leichter verdaulich.
    Bei Heißhunger auf etwas Süßes, nehmen Sie Sie einen Löffel Waldhonig, Datteln oder Rosinen zu sich. Vermeiden Sie raffinierten Zucker.
    Morgens sollten Sie möglichst einen warmen Getreidebrei zu sich nehmen und abends Suppen.

  4. Essen Sie bewusst.
    Nehmen Sie einen kleineren Teller und richten Sie die Speisen auch für das Auge ansprechend an. Wichtig ist, sich NUR den Teller, nicht die Töpfe auf den Tisch zu stellen, um ein unkontrolliertes Nachschöpfen zu vermeiden. Essen Sie in Ruhe und ohne große Ablenkung. Bewusstes Essen ist Teil einer gesunden Lebensführung.

  5. Trockene Massagen und Saunagänge.
    Um den Stoffwechsel und die Entgiftung über die Haut anzuregen, reiben Sie den ganzen Körper 1-2x täglich mit einer Bürste / Klosterbürste oder einem rauen Handschuh / Garshan-Handschuh ab. Hier finden Sie eine Anleitung für die Trockenmassage.
    Regelmäßige Saunagänge sind ebenfalls empfehlenswert (Dampfsauna bei niedriger Temperatur, dabei Kopf und Herz mit einem feuchten Tuch bedecken).

  6. Regelmäßige Bewegung.
    Machen Sie regelmäßig Spaziergänge (mindestens 3x pro Woche eine Stunde) in der Natur und / oder Sport nach eigenem Wunsch. Ebenso ist Yoga unter Anleitung, wie auch Entspannungsübungen und Meditation, zu empfehlen. Meiden Sie Tagesschlaf und zu viel Bequemlichkeit.

  7. Atemübungen und Meditation.
    Dieses sollte ein fester Bestandteil Ihres Tages werden. Eine feste Uhrzeit, die täglich eingehalten werden kann, ist von Vorteil. Beispielsweise vor dem Zubettgehen oder morgens vor dem Frühstück.

 Viel trinken, zum Beispiel Ingwertee hilft bei Diabetes

 

Aus eigener Erfahrung als Ayurvedamedizinerin

Einem Patienten im Frühstadium der Diabetes ist es ohne eindringliche Erläuterung der Langzeitfolgen oft nicht einsichtig, etwas an seiner Ernährung oder Lebensweise zu verändern. Dadurch verstreicht wertvolle Zeit und die Gewebe (dhatus) werden geschädigt, es kommt zu einer manifesten Blutzuckererhöhung, verbunden mit massiver Gewichtszunahme und zur Verordnung blutzuckersenkender Medikamente seitens eines Arztes.

Diesem Kreislauf entrinnt der Patient nur, wenn er/sie bereit ist, frühzeitig etwas an der Ernährung und Lebensweise zu ändern.

Viele positive Verhaltensbeispiele meiner Patienten haben mir gezeigt, dass eine Veränderung von Gewohnheiten, Abhängigkeiten und Ernährungseigenheiten möglich ist. Auch ohne einen „langweiligen“ Diätplan, sondern nur mit dem richtigen Essen zur richtigen Zeit, haben sie es geschafft den Blutzuckerspiegel zu senken, Cholesterin abzubauen, den Blutdruck zu normalisieren und als Nebeneffekt das Körpergewicht nach unten zu bewegen. In diesem Zusammenhang hat bei allen die körperliche Beweglichkeit und Lebensfreude zugenommen.

Einzig und alleine notwendig ist die Einsicht des Patienten, dass er / sie selbst verantwortlich für sich ist. Nur so kann die Bereitschaft entstehen, frühzeitig etwas zu verändern. Wir Ayurveda-Mediziner/innen unterstützen Sie dabei.

 

Autorin: *Sabine Deutscher* ist studierte Ayurvedamedizinerin, Heilpraktikerin und Naturkostladenbesitzerin der beinahe ersten Stunde (seit 1981). Sie ist nicht nur erfahrene Medizinerin und Geschäftsführerin, sondern auch begeisterte Yogini, Motorradfahrerin, Kräuterweiblein und politische Aktivistin.

 


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1 Comments

    • Avatar
      Manuela
      Jun 12, 2017

      Ein großartiger Beitrag. Danke und lg aus Berlin

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